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Geschichtliches rund um

Erzhütten-Wiesenthalerhof

Auszüge aus dem Buch

275 Jahre

Erzhütten-Wiesenthalerhof

- Von der Bergwerks-Enklave zur Waldstadt -

von Ludwig Müller

Herausgegeben vom Heimatverein

Erzhütten-Wiesenthalerhof 2000 e.V.

Historische Begebenheit aus kommunaler Sicht des 19. Jahrhunderts

     Die älteste Stadtrandsiedlung von Kaiserslautern ist seit 1726 nachweisbar. Zuerst bis 1821 als Bergwerks-Enklave "IM REICHSWALD" alsdann unter der Ortsbezeichnung "Erzhütten im Reichswald" bekannt, um bis Mitte des 19. Jahrhunderts letztendlich als Doppelsiedlung "ERZHÜTTEN-WIESENTHALERHOF" im Ortsregister der Stadt festgeschrieben worden zu sein.

Der Hahnbrunnerhof

Unter Kurfürst Johann Wilhelm wurde am 13. September 1711 der Hahnbrunnerhof gegründet

     Der Hahnbrunnerhof liegt auf der linken Seite der Lauter, direkt am Blechhammerweg, gegenüber den Betriebs- und Verwaltungsgebäuden der Kaiserslauterer Stadtentwässerung, zum modernisierten Klärwerk hin. Seinen Namen hat das historische Hofgut von dem im oberen Tal gelegenen Hahnbrunnen (im Volksmund  "Hahnweiher"). Der kurpfälzische Erbbeständerhof wurde im Jahre 1711 von dem damaligen Oberförster Jakob Weller im französischen Baustil auf Ödland angelegt. (Entnommen aus dem Kreisarchiv, Kurpfalz Nr. 1227-1: "Hof zum Hahnbrunn bey der Keysermühl neu anzulegend "(1711) ... Lautern 17. July 1711: ex Commussiones Senatus: Schmedding, Statt-Schultheiß. Der Statt Lautern Klein Insigel, Kurpf. 1227, S. 13. Beschreibung bei der Vermessung (1717). Erstlich das Hofgering, Vor Hauß, Scheuer, Stallung, wie auch vor pflantz und Baumgarthen, gleich obig der Keyersmühl gelegen, zu den Rodenbacher Vogelwehen. Der Kaufschilling des Erbbestandshofes ertrug 150 Gulden und 18 Malter Getreide, halb Korn - halb Hafer. Der Platz war hiervor gantz verrödet und verwachsen. Weller beabsichtigt durch  Aushauen  der Gebüschen  und  Verwachsungen in ansehnlichen Stand bringen.")

Der Schalk´sche Teich

      Der Teich befindet sich ca. 850 m westlich des Hahnbrunner Hofes auf dem Hahnbrunn-Areal. Der Weiher ist in erster Linie als Sammelbecken von Oberflächenwasser anzusehen. Er umfasst eine Fläche von 0.4 Hektar. Auf dem Damm im Osten stocken zwei Aspen mit Brusthöhendurchmesser von 65 cm bzw. 56 cm. Die ungefähr 90-jährigen Bäume erreichen eine Höhe von 16 m.  Ihr Umfang beträgt  195  bzw.  185 cm.

      Die Verlandungszone des kleinen Sees ist deutlich ausgeprägt. Binsen und Schilf kennzeichnen sie im westlichen Uferbereich des Weihers. Darüber hinaus kommen noch mehrere Moosarten vor. Die Bedeutung des landespflegerisch geschützten Gewässers liegt in der Flora und Fauna. Das Landschaftsbild erfährt durch diese Wasserfläche eine wesentliche Bereicherung. Besonders sticht die Sumpfvegetation von der umliegenden, land- und forstwirtschaftlich genutzten Fläche ab.  Die Zusammensetzung der Arten wird sehr stark durch den jahreszeitlich schwankenden Wasserstand beeinflusst, der zweifellos auch auf die Tierwelt ausstrahlt. Das Biotop eignet sich besonders für Sumpf- und Wasservögel, wie beispielsweise Enten und Rallen.

      Aufgrund des § 22  des Landesgesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege (Landesgesetz -LPsIG-) in der Fassung vom 5. Februar 1979 (GVBl.S. 36, BS 791-1) wurde der Teich als Flächennaturdenkmal ausgewiesen ... Schutzzweck ist die Erhaltung dieses Teiches als besonders wertvolles Landschaftselement in der Hahnbrunn-Talaue, aus wissenschaftlichen Gründen und wegen seiner Bedeutung als Nahrungs- und Brutbiotop für Wasservögel und Amphibien.

Forsthaus Hahnbrunn - erbaut 1859

      Das nach der Flur "Hahntal" benannte Forsthaus wurde im Jahre 1859 auf dem Holzplatz bei der ehemaligen Lautertrift erbaut, und zwar an de Stelle des vorher dort gestandenen Holzhäuschens. Der Holzplatz wird schon im Jahre 1773 erwähnt. Er diente als Stapelplatz des Triftholzes aus dem Kaiserslauterer Reichswald, des Elberrichtsberges (heute Alberichsberg) und des Distriktes "Sprungfeld". Von hier aus wurde es auf der Lauter, dem Glan und der Nahe zur Kreuznacher Saline, ab 1804, auf Weisung des Franzosenkaisers Napoleon I. Bonaparte, über Bingen, auf dem Rhein, bis nach Rotterdam (Holland, zum Schiffbau geflößt.

     Im Jahre 1840 wurde der Betrieb auf dem Holzplatz eingestellt und bald danach das Holzhäuschen, das zuletzt der Witwe von Georg Höbel bewohnte, abgerissen und an dessen Stelle, wie erwähnt, ließ die bayerische Forstverwaltung im Jahre 1859 das Forsthaus "Hahnbrunn" errichten. Vor 1900 amtierten daselbst die königlichen Förster Franz Bitsch und Georg Rotberg. Bitsch, der im Adressbuch von 1870 genannt wird, war wohl de erste Förster in diesem Forsthaus.

Schule Erzhütten

     Laut einer statistischen Erhebung aus dem Jahre 1776 befanden sich in der Enklave 13 Feuerstellen mit insgesamt 58 Personen. Die Kinder erhielten (vermutlich auf einer Mühle, oder dem Kreuzhof) - um 1800 - Schulunterricht. Im Jahre 1829 verkaufte der Bergwerks- und Hüttenbesitzer, Freiherr von Gienanth, welcher zuletzt das Erzbergwerk "IM REICHSWALD" betrieben hatte, sein Betriebshaus, nebst Hofgering und Schuppen an die Stadt Kaiserslautern. Die Liegenschaft wurde von der Stadtverwaltung zum Ersten Schulhaus bestimmt. Die Schulverhältnisse auf den Erzhütten gestatteten die Einrichtung einer Konfessionsschule nicht, der Schulunterricht war somit simultan, lediglich folgte auf einen protestantischen Lehrer der Schulaspirant Korn. Damals gab es auf Erzhütten 81 schulpflichtige Kinder. Die Eltern hatten 2 Kreuzer wöchentlich beizusteuern, waren aber oft aus Armut nicht in der Lage, diese geringe Summe aufzubringen, Bereits in den1870er Jahren wurde der Ausbau des Schulhauses spruchreif, 1901 aber erst wurde der Ausbau der Schule vorgenommen und die Schule dann in zwei Klassen geteilt. Im Jahre 1955 wurde die Schule dann wiederum wesentlich erweitert.

290 Jahre Kreuzhof

Unter der Herrschaft von Kurfürst Johann Wilhelm gegründet

     Der Kreuzhof ist eine späte Rodung durch Prämonstratenser-Mönche im Reichsgebiet am unteren Ende des Herrenwiesentales und ist am 15. September 1711 von der kurpfälzischen Hofkammer im Erbbestand verliehen worden.

     Über den zu Beginn des 18. Jahrhunderts unter der Herrschaft des Kurfürsten Johann Wilhelm gegründeten "Kreuzhof" berichtet Konservator, Heimatforscher und Begründer des Theodor-Zink-Museums, Theodor Zink (1871 bis 1934): "Der Kreuzhof trägt seinen Namen von einem Kreuz, an dessen Standort im 17. Jahrhundert ein Mann erschlagen worden sein soll. Das heutige Kreuz deutet aber nicht auf ein Sühnekreuz, sondern auf eine fromme Stiftung hin, wie die Inschrift  ´Nur im Kreuze sei dein Ruhm`  bezeugt". Hierzu wäre zu erwähnen, dass dieses Kreuz 1908 unweit von seinem früheren Standplatz, dem Kreuzhof I, versetzt wurde und seitdem an der Straßenseite innerhalb des Kreuzhof II (Adam Henrich) steht.

     Bei der Vergabe des Hofes "Zum Hahnbrunnen" am 15. September 1711 an den kurpfälzischen Oberförster Jakob Weller wurde der Creuzhof (später Kreuzhof)  von Henri Cola, einem Wallonen aus Otterberg, um 20 fl. Kaufschilling, zwei fl. Rekognition und jährlich vier Malter Frucht, halb Korn - halb Hafer, erworben. Wegen seiner Sprache (französisch) wurde Henri Cola (später Heinrich Cloß) der "Welsche" genannt. Er wird mit dem im katholischen Kirchenbuch vorkommenden Heinrich Cloß gleichgehalten, an den noch der Waldschlag "Welschgasse" erinnern soll.

     Gegen diesen kurpfälzischen Erbbestand beschwerte sich der Waldhüter mit folgenden Worten: "Zweytensaber muss Unterhänigst anfügen, daß obschon Herr Forstmeister Rettig und Herr Landschreiber, welche beide diesen Henri Cola oder Heinrich Cloß partieren, mit Gewalt einen Creutzhof dort haben wollten, da ich doch bei Durchgehung der Waldruge Einem hochlöblichen Forstambt erweisen will, daß zeytlebens kein Hof dagewesen, sondern ein steinernes Creutz da stehet, weilvor diesem Mann ermordet worden".

     In einer Bezirksbeschreibung des von Heinbrich Cloß gepachteten Hofgeländes berichtet der Verweserey Oberamts Lautern wie folgt: "Das gemeinte Gebiet nimmt seinen Anfang am Storckenbrunnen, beim Storckenacker, ziehet langs dem Horst neben der wieß hinunter auf dem weeg, so uf Otterbach gehet, über den woog ahn der hohe Eychen, oberhalb des Bremerhofs wiesen uf dem alten gehöch hin, biß uf die höhe ahn den waldt, am waldt herumb, biß uf den herren Wiesenthal, biß ahn den waldt gebiet, ahn den waldt hien biß wiederum ahn den brunnen".

Ochsenbrunnen  - Waldquelle -

Der "Ochsenbrunnen" ist ein Laufbrunnen, dessen Buntsandsteneinfassung eine Laufröhre trägt. In den 90er Jahren durch eine Bürgerinitiative restauriert.

     Das Wasser tritt am unteren Ende eines Hanges (Trifels-schichten) unter einem Buntsandstein-Blockmauerwerk mit der Aufschrift "Ochsenbrunnen" aus dem Berg. Der Name leitet sich von einer "Viehtränke" ab und deutet darauf hin, dass sich in früheren Zeiten auf dem Bergrücken und am Hang eine Viehweide befand. Im Brunnenbereich haben sich in vielfältiger Form Gräser und Sträucher angesiedelt.

Napoleon - Eiche

Geschichtsdenkmal auf dem Rütschhof

        Napoleon I.   Bonaparte,  Kaiser  der  Franzosen , leitete  am 4. Oktober 1804 auf dem Plateau über dem Lautertal -Ritschhof- mit dem historischen Satz: "Unmöglich ist kein französisches Wort" das Flößen von Stämmen (Palisaden) aus dem Kaiserslauterer Reichswald, auf den Flüssen Lauter-Glan-Nahe-Rhein (bei Bingen) zum Schiffbau nach Rotterdam ein. Geburtsstunde des Begriffes "Holländerholz".

(Franz Daniel Diehl, Scheff auf den Reichswäldern Erzhütten - 1816)

Heimatkundliche Geschichtsmerkmale

 

Hierzu zählen als Kultur- und Baudenkmäler

a)  das Hotel Blechhammer

b)  der Hahnbrunnerhof

c)  das Prämonstratenser-Kreuz am Kreuzhof

Als Flächendenkmale

a)  das Vogelwoog-Sumpfmoor

b)  die Schmalzwoogwiesen

c)  der Schalk´sche Teich

Als Naturdenkmale

a)  das Blechhammer-Wäldchen

b)  die dicke Buche im Hammerbachtal

c)  die dicke Buche auf dem Vogelhammerkopf

Als Geschichtsdenkmale

a)   die Napoleon-Eiche auf dem Rütschhof-Plateau

b)   der Große Stein, zwischen Reichswald und Kellereiwald

c)   der Ochsenbrunnen

d)   der Steigerhügel-Gedenkstein

e)   das Schulhaus Erzhütten, ehemals Bürohaus Gienanth

f)   das alte Forsthaus "Hahnbrunn", an der Rütschhofstraße

g)   das Altgehöft "Kreuzhof"

h)   der  Hüttenbrunnen,  als  Wasserversorgungsstelle  bis  ins  

       20. Jahrhundert, bekannt als "Finstersichel-Quelle"

i)    der Tannenbrunnen, gehörte bis 1969 zur im Waldschlag "Dickheck"

      eingebrachten Trinkwasserpumpstation der Ortsgemeinde Erfenbach

Der Kaiserslauterer Reichswald

Porträt einer Landschaft zwischen dem Pfaffenwoog und dem Lautertal

 

Die Forstdisdrikte  "Sprungfeld"  und  "Maien",  in deren Mitte sich die einstige  Bergbau-Enklave  "Im Reichswald"  innerhalb von 275 Jahren zu  einer  Waldstadt  mit  dem  Namen   "Erzhütten -Wiesenthalerhof" entwickelte,  weisen  gegen  die  Uhrzeigerrichtung  fortlaufend nachstehende  Waldschläge:

 

 

  1)

Finstersichel

Halbinselartige, mit Mischwald bestückte Fläche. "Finster" bedeutet eine schattige Stelle

  2)

Sperrtalerhang

Trennungslinie zum Kellereiwald

  3)

Dickheck

Dichtes Gestrüpp

  4)

Brand

Hier befand sich im 18. und 19. Jahrhundert eine Köhlerei, die in der Hauptsache Pottasche für die Glasherstellung erzeugte

  5)

Fuchsborn

Benannt nach einer Quelle, die unter anderem bis in das 17. Jahrhundert den "Pfaffenwoog" speiste

  6)

Schleichkupp

Nach dem Familienname eines Holzaufkäufers benannt.  - Holzverladestelle -

  7)

Schmalzwoog

Im  früheren  Eichenwald  gelegener  Woog.  Heute geschützte Moorwiesen westlich des Vogelwooges

  8)

Verhacktes

Im preußisch-französichen Krieg 1793/94 angelegte Schanzen

  9)

Vogelhammerkopf

Bergrücken nördlich des Vogelwooges und des Blechhammers

10)

Stockfeld

Waldrodung zur Gewinnung von Ackerflächen zu Gunsten der Hahnbrunner Erbbeständler

11)

Tongrub

Vorkommen minderwertiger Tonerze

12)

Altwies

Wiederaufgeforstete Wiese nordwestlich Erzhütten

13)

Hohe Kiefern

Kieferwaldung zur Gewinnung von Forst-pflanzungssamen und zur Harzgewinnung

14)

Ochsenborn

Weideplatz für den Tierbestand des Erbbe-ständlers Henri Cola, später Heinrich Kloß

15)

Welschgasse

Nach dem "Welschen" - Franzosen - Henri Cola benannt

16)

Wiesental

Heute  "Herrenwiesental" , gehörte  einst,  wie der Kreuzhof,  zum  Eigentum  eines  Prämon-stratenserklosters,  dessen  Mönche eine  großflächige  Waldrodung  bereits  im  17. Jahrhundert unternahmen

17)

Maienberg

Acker- und Weideflächen, Abbau von Lehm zur Gewinnung von Ziegelsteinen, die am gleichen Ort gefertigt wurden